Fragen und Antworten.

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„Thüringer Bildungsministerium beantwortet die wichtigsten Fragen zum Thema DaZ-Lehrkräfte“, Quelle: TLZ vom 09.05.2017

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Brief vom TMBJS.

Heute erreichte mich und die meisten anderen DaZ-Lehrkräfte, die befristet im Schuldienst eingestellt sind, ein Brief. Wir werden darin bebeten, uns bis zum 13.04.2017 beim zuständigen Schulamt zurückzumelden, wenn wir an einem Angebot der unbefristeten Weiterbeschäftigung interessiert seien. Die unbefristete Weiterbeschäftigung sei mit einer Weiterqualifizierung verbunden.

Petition wurde veröffentlicht!

Liebes Kollegium,

heute wurde die Petition endlich veröffentlicht, die ich Anfang Dezember einreichte.

Link: https://petitionen-landtag.thueringen.de/petitions/1146

Es geht um die Weiteranstellung der DaZ-LehrerInnen in Thüringen. Wie die meisten von Ihnen/euch wissen, enden viele Arbeitsverträge der DaZ-LehrerInnen in Thüringen im Juli 2017 (so auch meiner). Wie das Land die fast 150 DaZ-Stellen ersetzen will, weiß keiner so genau. Eine Auskunft erhielt ich auf persönliche Anfrage von Frau Klaubert nicht.

Ich möchte den Landtag daher zwingen, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. SchülerInnen mit anderen Herkunftssprachen wird es auch in den nächsten Schuljahren an unseren Schulen geben, also muss es auch LehrerInnen geben, die Ihnen Sprache vermitteln und bei der Integration helfen.

Bei genug UnterzeichnerInnen, wird es eine öffentliche Anhörung im Landtag geben, bei der ich den PolitikerInnen Lösungsvorschläge liefern möchte.

Bitte unterzeichnen Sie/unterzeichnet daher fleißig die Petition und teilen Sie/teilt sie mit FreundInnen und KollegInnen.

Vielen Dank und liebe Grüße
Christina Richter

DaZ-Lehrerin an der
Lobdeburgschule Jena

[update] Petition eingereicht.

Jetzt wird’s ernst. Die Petition* wurde offiziell am 2.12.2016 im Thüringer Landtag eingereicht. Sie wird derzeit bearbeitet. In der nächsten Sitzung des Petitionsausschusses am 12.01.2017 wird entschieden, ob die Petition veröffentlicht wird.

Sobald ich mehr weiß, gebe ich euch Bescheid und sende euch den Link, damit so viele Menschen wie möglich unterschreiben können. Wir benötigen 1500 UnterzeichnerInnen, damit es zu einer Anhörung kommt.

Und hier sind zwei Artikel, die ich zur Anhörung vom 29.11.2016 gefunden habe:

http://www.lvz.de/Region/Altenburg/Unterricht-fuer-Gefluechtete-im-Altenburger-Land-Landraetin-fordert-Unterstuetzung

http://www.tlz.de/startseite/detail/-/specific/Enorme-Mehrkosten-durch-Sprachklassen-1143894004

Die Entfristung der DaZ-LehrerInnen in Thüringen war während der gesamten Anhörung immer wieder Thema. Die meisten RednerInnen setzen sich FÜR eine Erhaltung der DaZ-LehrerInnen-Stellen ein. Schöne Neuigkeiten.

*Anmerkung: Die vorher verbreitete Petition auf openPetition wird von der Thüringer Regierung nicht anerkannt. Sie diente lediglich als Instrument zum Einsehen von Meinungen und Stimmen vor der Anhörung, da eine Diskussions- und Kommentarfunktion vorhanden ist und man außerdem auf einer Landkarte einsehen kann, woher die UnterzeichnerInnen kommen. Daher diese „neue“ Petition.

Stellungnahme der Thüringer DaZ-LehrerInnen zum Anhörungsverfahren.

Für Dienstag, den 29.11.2016, hat der Ausschuss für Bildung, Jugend und Sport (AfBJS) zu einer Anhörung in den Landtag eingeladen. Auch wir sind dabei und tragen unsere Stellungnahme vor. Diese wurde wie folgt bereits schriftlich eingereicht.

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir bedanken uns für die Möglichkeit zur Stellungnahme zu den beiden vorliegenden Anträgen der Regierungsfraktionen sowie der CDU. Wir freuen uns, dass wir, die Thüringer DaZ-LehrerInnen, einen Beitrag leisten dürfen.

Zu Beginn des Schuljahres 2015/16 wurden die meisten Sprachförderkräfte für Deutsch als Zweitsprache als LehrerInnen in Thüringen eingestellt. Viele haben kein zweites Staatsexamen, sondern Magister-, Master- oder Bachelorabschlüsse: ein Experiment. Die Verträge wurden befristet für zwei Jahre abgeschlossen. Nun wird seitens des TMBJS deutlich gemacht, dass es nicht vorgesehen ist, die Verträge nach dieser Zeit zu verlängern, obwohl klar ist, dass die sprachliche Förderung auch weiterhin eine wichtige Aufgabe bleiben wird. Zum Erreichen eines Schulabschlusses ist sie Voraussetzung!

Nach mittlerweile über einem Jahr ist festzustellen, dass der Tätigkeitsbereich der DaZ-LehrerInnen viel umfassender ist, als anfangs angenommen.

Als LehrerInnen vermitteln wir den neuzugewanderten Kindern und Jugendlichen nicht nur die Sprache, die der Schlüssel zur Integration ist. Wir führen Elterngespräche, beraten Eltern sowie Klassen- und FachlehrerInnen. Wir stellen Kontakt zu außerschulischen Partnern, die zwingend für die Integration notwendig sind, her und vernetzen. Wir unterstützen die Klassen- und FachlehrerInnen, die sehr dankbar dafür sind. Wir diagnostizieren und wir alphabetisieren. Wir stärken Kinder und Jugendliche, indem wir ihnen Vertrauen schenken.

Um diese Anforderungen zu bewältigen, haben wir DaZ-SprachförderlehrerInnen ein Hochschulstudium abgeschlossen. Wir sind gut qualifiziert und bringen vielfältige Erfahrungen mit. Was uns fehlt ist das zweite Staatsexamen – ein Umstand, den die meisten DaZ-LehrerInnen gerne durch eine entsprechende Qualifizierung nachholen würden. Als Quereinsteiger bereichern wir den Schulalltag und leisten einen unschätzbar wertvollen Beitrag zur Integration. Der Koalitionsvertrag der Thüringer Landesregierung sieht vor, dass diese Konstellation gefördert wird.

Wir möchten, dass wir DaZ-Lehrerinnen unbefristet eingestellt werden, um somit auch weiterhin im Schuldienst zu arbeiten und Integrationsarbeit zu leisten. Dies ist z.B. umsetzbar, indem wir in Teilzeit arbeiten und ein zweites Fach nachstudieren, um dann das zweite Staatsexamen zu erwerben. Diese Möglichkeit muss geschaffen werden. In anderen Bundesländern (z.B. Sachsen) ist dies bereits möglich. Auch in Thüringen wurden vielen LehrerInnen nach der Wende Umschulungen ermöglicht (z.B. LehrerInnen der Fächer „Darstellen und Gestalten“, „Wirtschaft und Recht“, „Religion“). Dies geschah berufsbegleitend.

Viele DaZ-LehrerInnen haben selbst einen Migrationshintergrund und sind mehrsprachig. Sie bringen interkulturelle Kompetenzen mit und bereichern dadurch die Schullandschaft maßgeblich. Bei einigen würde eine Nicht-Verlängerung des Vertrags eine Ausreise aus Deutschland bedeuten. Das darf nicht passieren. Die Schulen sollten diesen interkulturellen Schatz behalten dürfen.

Bereits jetzt werden vereinzelt LehrerInnen eingestellt, die nicht qualifiziert im Bereich Deutsch als Zweitsprache sind und den Förderunterricht übernehmen. Meistens sind sie überfordert und darunter leidet die Qualität des DaZ-Förderunterrichts. Wir fordern, dass Deutsch als Zweitsprache nur von dafür qualifizierten LehrerInnen unterrichtet werden darf.

Da der Förderbedarf auch in den nächsten Jahren gegeben ist, ist ein DaZ-Förderunterricht notwendig. Analog zum inklusiven Schulgesetzt sollte an jeder Schule einE DaZ-LehrerIn arbeiten bzw. bei erhöhtem Bedarf mehr.

Ein individueller Rechtsanspruch auf eine DaZ-Förderung sollte außerdem im Schulgesetz verankert werden.

Diese DaZ-Förderung sollte für alle Schularten gelten – ob Berufsschule, weiterführende Schule oder Grundschule: eine Förderung ist unumgänglich.

Für absolute AnalphabetInnen, die älter als 12 Jahre sind, sollte eine andere Lösung gefunden werden. Hier ist eine Zusammenarbeit mit der Jugendhilfe denkbar. Eine Einschulung in o.g. Schulen ist nicht möglich. Dies hat die Erfahrung vieler LehrerInnen gezeigt.

Begrüßenswert wären außerdem Standards zu folgenden Themen: DaZ-Lehrpläne, Diagnoseverfahren und muttersprachliche Kognitionstests.

Wir freuen uns, dass sich Thüringen bereits auf den Weg gemacht hat, SchülerInnen mit Migrationshintergrund zu integrieren und versucht, ihnen die gleichen Chancen zu geben, wie allen anderen SchülerInnen. Dies darf jedoch nicht mit diesem Schuljahr enden.

Für weitere Gespräche stehen wir zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Albulenë Thaçi

im Auftrag des DaZ-Netzwerks Jena

 Jena, den 14.11.2016

anhorung_landtag-pdf

Worte einer Jenaer DaZ-Lehrerin.

Gedanken einer Lehrerin, die bald keine mehr sein darf
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Auch in den Ferien bin ich oft im Kopf bei meinen Kindern. Mache mir Sorgen was nächstes Jahr passiert, wenn meine befristete Stelle als Deutsch als Zweitsprache-Lehrerin ausläuft. Da studiert man 4 Jahre um im Endeffekt einen Hartz4 Antrag ausfüllen zu dürfen. Und alles nur, weil für meine Tätigkeit keine Stellen geschaffen werden, sondern nur Gelder übrig sind. Nächstes Jahr muss ich meine Kinder also abgeben, mein Zimmer leer räumen. Alle Fortschritte, die die Kinder und ich in den 2 Jahren meiner Anstellung gemacht haben, über den Haufen werfen und gehen. Ein neuer DaZ- Lehrer wird eingestellt. Für 2 Jahre. Und weil der Markt an DaZ-Lehrern leer gefegt ist, wird meinen Job wahrscheinlich ein „normaler“ Lehrer übernehmen. Durch die chronische Unterbesetzung und die langzeitkranken Kollegen an meiner Schule wird dieser Lehrer wahrscheinlich alle Vertretungsstunden übernehmen müssen, um die Pflichtstunden abzudecken und einen Ausfall des Unterrichts zu verhindern. Er wird wahrscheinlich kaum Zeit für meine Kinder haben. Wie das läuft, wenn einer kommt um mich in meiner Arbeit zu unterstützen soll, hat die Vergangenheit gezeigt. Einer ist aus Mangel an Kollegen inzwischen Klassenlehrer, eine andere Kollegin ist so eingespannt mit Vertretungsstunden, dass sie noch gar nicht dazu gekommen ist, die Kinder kennenzulernen. Wer im Endeffekt immer den kürzeren ziehen wird, sind meine Kinder. Kinder, die ohne eine angemessene Deutschförderung im normalen Unterricht untergehen. Kinder die allmählich den Spaß am lernen verlieren, wenn sie 6 Stunden am Tag in der letzten Reihe geparkt werden, damit man sich ja nicht „auch noch um die“ kümmern muss. Das nenne ich gelungene Integration! Das System macht mich traurig. Wenn ich diese wunderbaren kleinen Menschen bei mir habe, wir durch ausprobieren lernen, durch Fehler wachsen, dann habe ich Angst, vor dem was kommt. Ziehe ich dann wie eine Nomadin von Bundesland zu Bundesland, darf überall meine 2 Jahre fristen um dann zu gehen? Wann werde ich irgendwann mal ankommen und bleiben dürfen?
Ich und mit mir ca 150 thüringer DaZ-Lehrer sollen 2017 aus dem Schuldienst entlassen werden. Diese Petition setzt sich für unsere Entfristung und die Möglichkeit, das 2. Staatsexamen berufsbegleitend nachzuholen ein. Ich bitte euch diese Petition zu unterschreiben.

https://www.openpetition.de/petition/online/entfristung-der-deutsch-als-zweitsprache-daz-lehrerinnen